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Ein Impulse-Artikel

Re: Nächstes Impulse … verpufft irgendwie, finde ich schade

Liebe Frau G.,

auf die Gefahr hin, dass wir nie wieder etwas miteinander zu tun haben, auch nicht per E-Mail, der Artikel “Achtung, die Flut kommt”, nein, der kann nun wirklich keine Impulse setzen!
Er bleibt oberflächlich, da nur eine Technologie nach der anderen präsentiert wird, und dieses in dem Best-Practice-Modus nach dem Motto, alles wird gut!
Auf der anderen Seite stehen die dramatischen, schlagzeilenträchtigen Szenarien:
E-Mail freie Tage (wie geht das denn dann bei Twitter, Facebook, Xing usf.)
80% beherschen ihr E-Mail-Programm nicht (und Twitter, Facebook, Xing usf.)
Und wenn die E-Mail selbst keine Schlagzeile mehr her gibt, dann wird sie fix zum Synonym für “Daten” (wir produzieren inzwischen so viele Daten …. Atos Origin) oder für “Information” oder für “Auftragsvolumen”.

Impulse geben würden diese Gedanken:
- Die Wirtschaft hat noch nicht realisiert, dass sich ihre innere Kultur von einer oralen zu einer literalen verändert hat. Kein Wunder, das Management hat ein traditionell riesiges Problem mit dem Schreiben! Man schwätzt, aber schreiben ….
- Was heißt das, “literale Kultur” in den Unternehmen? Sherry Turkle bringt es in einem ZEIT-Interview auf den Punkt: “Ich texte, also bin ich.” Nur wenn man E-Mail, Twitter, Facebook, Xing usf. intensiv be-schreibt, IST man - in den Unternehmen!
Das wäre mal ein Impuls, Mensch, die Texte sind es!
- Und dann kommen die Texte in den Blick, die so unterwegs sind - und Herr zu Guttenberg taucht auf….
- Und dann taucht die Qualität der Texte auf, wenig Information, vieles literales Geplapper (die sogenannte phatische Funktion einer Äußerung bei R. Jakobson), in dem es nur noch um das Plappern geht….
- Und dann taucht PISA auf, wie schaut es denn aus mit dem Lesen&Verstehen in den Unternehmen, in der Wirtschaft, wenn es doch nur darum geht, die eigene Sicht durchzusetzen und andere, abweichende, kritische effizient auszublenden ….

Und jetzt habe ich mich verschrieben und überschrieben …. Das E-Mail Problem der Hamburger Autovermietung ist das Problem der externen Kommunikation - und sollte als solches behandelt werden. Es ist nämlich guter Brauch, externe E-Mails irgendwie zu ignorieren oder keine Prozesse für diese zu haben oder …..

Sherry Turkle gibt in dem Interview einen wichtigen Hinweis:
“Was hilft, ist die Identifizierung unserer Schwachstellen. Deshalb spreche ich auch nicht von Sucht. Es geht nicht darum, einen “kalten Entzug” zu machen und die Geräte wegzuwerfen. Die Gefahr geht ja von einem unausgewogenen Verhältnis aus - wer das einsieht, kann daran arbeiten, ihnen weniger schutzlos ausgeliefert zu sein.”
Und etwas weiter in dem Interview wird der Hintergrund deutlich, warum sie das so fordert: “E-Mail ist mein wichtigster Kommunikationsweg.”

Nocheinmal, die Leute in der Wirtschaft haben verstanden, nur wenn sie texten, sind sie (!) - das ist das Problem! Eigentlich banal, aber die Lösung sind die Texte ….. und wie man mit ihnen umgeht.

Herzliche Grüße
Gerald Fründt

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